Schule trifft Gewerbe vom 24.10.2017

Die Schüler der 2. Oberstufe Sempach hatten die Möglichkeit am 24.10.2017 im Rahmen des „Berufserkundungsparcours“ bei zahlreichen Mitgliedern des GOS interessante Berufe und Betriebe kennenzulernen.

Das Projekt „Schule trifft Gewerbe“, welches die Schule Sempach in Zusammenarbeit mit dem Gewerbeverein Oberer Sempachersee, Sempach-Eich-Hildisrieden erarbeitete, hat sich bewährt. Bereits zum vierten Mal konnten interessierte Schüler sich intensiv mit der Berufswahl auseinander setzen und mehr über die verschiedenen Berufe und Unternehmen der Region erfahren. Insgesamt 33 Betriebe stellten 44 verschiedene Berufe vor. Alleine der Beruf Kauffrau/Kaufmann in 5 unterschiedlichen und Detailhandelsfachfrau/-fachmann in 3 Fachrichtungen.

Ein grosses Bedürfnis der Mitglieder des Gewerbevereins ist es, Schüler aus der Region rekrutieren und fördern zu können. In frontorientierten Tätigkeiten (Verkauf, Beratung) ist es jedoch gar nicht so einfach, Lernende zu gewinnen. Man spüre deutlich eine Hemmschwelle. Die Anonymität in grösseren Betrieben werde bevorzugt, auch wenn dies zur Folge hat, dass der Beruf aufgrund der angepassten Tätigkeiten an Attraktivität verliert. Die Lehre bildet heute nach wie vor eine gute Grundlage für die berufliche Weiterentwicklung. Für Berufe, wie z.B. der Mediamatiker beginnt aufgrund des breiten Anwendungsgebietes, die Spezialisierung mit Abschluss der Lehre. Am Tag des Berufserkundungsparcours können die Schüler 3 Berufe während je 90 Minuten kennenlernen, was die Unternehmer als Herausforderung annehmen. Die Schüler nutzten das Angebot und konnten viele Eindrücke sammeln. Vielerorts konnten sie sogar mit Hand anlegen, am Computer oder mit Werkzeugen aller Art arbeiten, Werkstücke herstellen, Fussanalysen erstellen, Skis wachsen, Lebensmittel verpacken oder einfach nur Projekte, Betriebe und Baustellen besichtigen. Die Schüler waren gut vorbereitet und hatten die Möglichkeit, gezielte Fragen zu stellen und im Anschluss ein kurzes Feedback zu verfassen. Seitens der Schule wird ihnen nahe gelegt, Berufe zu schnuppern, die nicht unbedigt zur ersten Wahl gehören. Sehr oft hat man zu unrecht, von vornherein ein falsches Bild im Kopf, was die Berufswahl unbewusst beeinflusst. Die Gelegenheit wurde von den Betrieben auch genutzt mit den schlimmsten Vorurteilen, wie z.B. gegenüber der Hotellerie/Gastronomie aufzuräumen und die Vorteile einer Ausbildung in dieser Branche aufzuzeigen. 

Spricht man mit den verantwortlichen Ausbildenden fällt auf, dass Noten zwar wichtig, jedoch nicht immer der ausschlaggebende Faktor sind. Vermehrt wird wieder auf die Selbst- und Sozialkompetenz geachtet, wie auch die Zuverlässigkeit und Aufgeschlossenheit des Schülers. Der Mensch, der Charakter, die Motivation und die Sympathie spielen eine grosse Rolle. Es wird auf eine originell gestaltete Bewerbung geachtet, bemüht sich der Schüler selbst um eine Schnupperlehre, kommt er persönlich vorbei, hat er einen Kaugummi im Mund, schaut er ständig aufs Handy und wie ist sein Erscheinungsbild? Viele kleine Details, die im Gesamten schlussendlich den ersten Eindruck hinterlassen. Der Berufserkundungs-parcours dient in erster Linie dem gegenseitigen Vorstellen und Kennenlernen. Im Anschluss daran steht den Schülern offen, eine mehrtägige Schnupperlehre zu absolvieren.

Die Mitglieder des GOS stellen gemeinsam ein immer breiteres Ausbildungsangebot dar. Dieses Jahr wurden zusätzlich Unternehmen ausserhalb des Vereines dazugewonnen, um weitere Berufe vorstellen zu können. Auch der Baumeisterverband Luzern engagierte sich an diesem Tag, holte interessierte Schüler ab und präsentierte am Campus Sursee den Beruf des Maurers und Maurerpraktikers. Das Engagement aller Betriebe, vereinsintern- und extern, wie auch des Baumeisterverbandes zeigt noch einmal deutlich auf, wie attraktiv unsere Region für eine Berufsbildung ist. Die Berufe verändern sich schnell, nicht jeder Beruf hat auch noch in ein paar Jahren die gleich guten Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Dazu dient dieser Parcours, Zukunftsberufe zu erkennen und einen Beitrag zur richtigen Berufswahl zu leisten!