Schule trifft Gewerbe 2015 

«Schule trifft Gewerbe» ist ein gemeinsames Projekt des Gewerbevereins Oberer Sempachersee (GOS) und der Schule Sempach. Am Dienstag, 27. Oktober, konnten die Schülerinnen und Schüler der 2. Sekundarschule in drei Betrieben ihrer Wahl mehr über die verschiedenen Berufe und die Unternehmen selbst erfahren. Wie schon im vergangenen Jahr öffneten viele Gewerbler, Detaillisten und Dienstleister ihre Türen und boten abwechslungsreiche Informationsveranstaltungen an. Dieser Tag war Teil der Berufswahlwoche an der Schule Sempach.   

Den Mitgliedern des Gewerbevereins liegt viel daran, junge Berufsleute aus der Region fördern zu können. Fachkräftemangel ist das Schlagwort, welches heute häufig in den Medien anzutreffen ist. Eine gute Lehre ist im Arbeitsmarkt viel wert und bietet vielseitige Entwicklungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten, ist der GOS überzeugt. Umso wichtiger sei es, den Schülern diese Berufe so früh wie möglich vorzustellen und näher zu bringen.  

Viel Wert wird heute auf gutes Handwerk gelegt. Viele Sempacher Unternehmer würden sich mehr Lernende aus der Region wünschen. Es wird auf eine nachhaltige, individuelle Begleitung während der Ausbildung geachtet. Oft spielen die Schulnoten aus der Sekundarschule eine zweitrangige Rolle, wenn der Ausbildner während einer Schnupperlehre merkt, dass der Schüler wirklich interessiert und für den Beruf geeignet ist. Weiter wird oft während der Ausbildung beobachtet, dass sich die Noten in diesem neuen Umfeld auch positiv verändern.  

Die Mitglieder des GOS stellen gemeinsam ein breites Ausbildungsangebot dar. Sie sind stolz, auch neue Ausbildungen wie die des Bäcker-Konditor-Confiseurs anbieten zu können. Weitere Beispiele von Berufen, welche in und um Sempach erlernt werden können, sind: Zimmermann, Schreiner, Pharmaassistent, Fachfrau Kinderbetreuung, Fachangestellte Gesundheit, Coiffure, Bauspengler, Koch, Floristin, Detailhandelsfachfrau, Kauffrau/Kaufmann, Automobilfachmann, Maurer und Müller, um nur einige aufzuzählen. Auch gibt es viele neue Berufsbezeichnungen, die heute noch nicht jedem geläufig sind. «Polybauer» zum Beispiel, ein äusserst vielseitiger Beruf, wohl eher noch bekannt als Dachdecker, Flachdachbauer oder Fassadenmonteur. Alle diese Fachrichtungen werden im Beruf Polybauer abgedeckt, welcher teilweise ebenfalls unter Fachkräftemangel leidet. Es lohnt sich, verschiedene Berufe und deren künftige Chancen auf dem Arbeitsmarkt genau zu prüfen. Die Schüler nutzten am Berufserkundungsparcours die theoretischen Informationen und konnten viele Eindrücke sammeln. Sie konnten aber auch praktisch tätig werden. Es wurden Pläne gelesen, gebohrt, gesägt, geklebt, geschraubt, gehämmert, Teemischungen gemischt, Pralinen verpackt, Spitzbuben hergestellt, an Werkstücken gearbeitet, Dachziegel verlegt, Baustellen besichtigt und vieles mehr. Hie und da liess sich bereits ein Talent erkennen.  

Wenn es uns Gewerblern, Detaillisten, Wirten und Dienstleistern des GOS gelingt, mehr Schüler für eine Ausbildung in der Region zu begeistern, wird der „Fachkräftemangel“ zur Nebensache!
 

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle Unternehmen, die sich sehr viel Mühe gemacht haben, die Schüler sehr kompetent begleitet haben und sich als Ausbildner engagieren.