Schule trifft Gewerbe vom 18.10.2016

Die Schüler der 2. Oberstufe Sempach hatten die Möglichkeit am 18.10.2016 im Rahmen des „Berufserkundungsparcours“ bei zahlreichen Mitgliedern des GOS interessante Berufe und Betriebe kennenzulernen.

Das Projekt „Schule trifft Gewerbe“, welches die Schule Sempach in Zusammenarbeit mit dem Gewerbeverein Oberer Sempachersee, Sempach-Eich-Hildisrieden erarbeitete, hat sich bewährt. Bereits zum dritten Mal konnten interessierte Schüler sich intensiv mit der Berufswahl auseinander setzen und in 3 Betrieben ihrer Wahl mehr über die verschiedenen Berufe und Unternehmen der Region erfahren. Insgesamt 28 Betriebe stellten 42 verschiedene Berufe vor.

Den Mitgliedern des Gewerbevereins liegt viel daran, junge Berufsleute aus der Region rekrutieren und fördern zu können. Die Lehre bildet heute nach wie vor eine gute Grundlage für die berufliche Weiterentwicklung. Am Tag des Berufserkundungsparcours können die Schüler 3 Berufe ihrer Wahl während je 90 Minuten kennenlernen, was die Unternehmer als Herausforderung annehmen. Es lässt sich fast mit einem „Speed-Dating“ vergleichen, jede Partei versucht sich innert dieser kurzen Zeit von der besten Seite zu zeigen und lässt sich dafür einiges einfallen. Die Schüler nutzten das Angebot und konnten viele Eindrücke sammeln. Vielerorts konnten sie sogar mit Hand anlegen, mit Werkzeugen aller Art arbeiten, Werkstücke herstellen, Pizza backen, Lebensmittel verpacken oder einfach nur Projekte, Betriebe und Baustellen besichtigen. Es wurden mal mehr und mal weniger Fragen gestellt. Die Schüler waren gut vorbereitet und haben die Schnupperberufe sorgfältig ausgewählt. Echtes Interesse machte sich bereits in dieser kurzen Zeit bemerkbar.

Spricht man mit den verantwortlichen Ausbildnern fällt auf, dass Noten nicht immer der ausschlaggebende Faktor sind. Selbst schwächere Schüler können bei genauerem Hinschauen durchaus unter verschiedenen Berufen wählen. Vermehrt wird wieder auf die Selbst- und Sozialkompetenz geachtet, wie auch die Zuverlässigkeit und Aufgeschlossenheit des Schülers. Diese „Häkchen“ auf der zweiten Seite im Zeugnis, wie auch die Anzahl Absenzen gewinnen an Bedeutung. So zeigt ein Beispiel aus der Praxis, dass es für die Ausbildung zur Fachfrau Kinderbetreuung keine wahnsinnig guten Mathe-Noten braucht, jedoch eine hohe Zuverlässigkeit und soziale Kompetenz. Jedoch muss ein Zeichner (Fachrichtung Architekt) durchaus über ein gutes Flair für Zahlen und Vorstellungsvermögen verfügen. Manchmal sind es auch nur Kleinigkeiten, wie gescheiterte Kontaktaufnahmen, nicht abgehörte oder gelesene Nachrichten, die zu einer Absage führen. Die Schüler müssen in der Lage sein, den Ausbildner während einer Schnupperlehre von ihrem Interesse und ihren Fähigkeiten zu überzeugen. Eine intensive Begleitung während der Ausbildung kann sich im Anschluss auf die Noten positiv auswirken.

Der Berufserkundungsparcours dient in erster Linie dem gegenseitigen Vorstellen und Kennenlernen. Im Anschluss daran steht den Schülern offen, eine mehrtägige Schnupperlehre zu absolvieren. Auch wenn sie dabei während 3 Tagen mit einer Feile an einem Metallklotz wiederholt feilen müssen, geht es weniger darum, ob es am Schluss wirklich ein Würfel ist, sondern ob der Schüler Durchhaltevermögen und den nötigen Biss unter Beweis stellt.

Die Mitglieder des GOS stellen gemeinsam ein immer breiteres Ausbildungsangebot dar. Sie sind stolz, auch laufend neue Ausbildungen anbieten zu können. Berufe mit Zukunft – für jeden etwas dabei!